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Brixen & Umgebung
28.07.2010

Ein Brixner in Karlsruhe

„Eine Katastrophe wie in Tschernobyl wäre bei uns nicht möglich“, sagt Werner Dander bei seinem Besuch in unserere Redaktion, „unsere Sicherheitsstandards sind mit den russischen absolut unvergleichbar“. Der gebürtige Brixner leitet die Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK), die 1970 errichtet worden war, um den nuklearen Brennstoffkreislauf in Deutschland zu schließen. 20 Jahre lang wurden Kernbrennstoffe aus Atomreaktoren „recycelt“ – bis 1991 das Projekt sein politisches Ende nahm. Während des Betriebes waren 60.000 Liter hochradioaktiver Abfall entstanden, der nun entsorgt werden muss. Dazu wird die „Atomsuppe“ in einem komplizierten und aufwändigen physikalischen Verfahren in eine Glasmasse umgewandelt, die lagerungsfähiger ist als eine Flüssigkeit. Laut Plan wird der Stilllegungsprozess noch bis 2020 andauern; danach sind die Gebäude frei von radioaktiver Strahlung und können abgebaut werden. Mehr als drei Milliarden Euro wird die Stilllegung der Anlage am Ende kosten – zum größten Teil bezahlt vom Staat. Dander, Jahrgang 1943, besuchte nach der Volks- und Mittelschule das Wissenschaftliche Lyzeum in Brixen und studierte nach der Matura an der Technischen Universität in Stuttgart Physik. In Karlsruhe arbeitet er nun seit 31 Jahren; der Betrieb beschäftigt etwa 500 Mitarbeiter. Sein Herz schlägt aber immer noch für Brixen: „Die traumhafte Landschaft, die kulturelle Dichte und die hier praktizierte Lebensart führen zu einer Lebensqualität, die in dieser Form einzigartig ist“. Brixen sei für ihn ideal zum Entspannen, weshalb er immer wieder einige Tage in seiner Heimat verbringt.