28.07.2010
Das Altstadtfest naht
Vom 20. bis zum 22. August findet heuer wiederum das Brixner Altstadtfest statt. Neu sind dieses Jahr ein Festumzug der Vereine sowie erweiterte Nachtfahrten mit dem Bus.
Immer wieder freuen sich die meisten Brixner, wenn das Datum des Altstadtfestes näher rückt. Doch nicht nur die Brixner selbst sind treue Besucher des Festes; von überall her kommen die Menschenmengen, um sich durch die Gassen der Altstadt zu zwängen und ausgiebig zu feiern.
Alle zwei Jahre versinkt die Stadt förmlich im Menschenstrom – man ratscht, trifft sich, lacht gemeinsam. Man wandert von einem Stand zum anderen, gönnt sich die üblichen Köstlichkeiten wie „Tirtln“, Brathendln, riesige Laugenbrezeln, Schokospieße, Spanferkel und tausend andere Happen mehr. Eigentlich nicht einmal so etwas Besonderes: Ratschen, essen und trinken könnte man auf jedem anderen Fest genauso gut. Und dennoch scheint das Altstadtfest auf eine Vielzahl von Menschen seinen ganz besonderen Reiz auszuüben.
„Seit dem ersten Altstadtfest im Jahr 1978 geht es uns um den Dialog zwischen den Menschen, um das Zusammenleben und um das gemeinsame Auskommen – während des Festes hat es noch nie Probleme zwischen verschiedenen Gruppen gegeben“, sagt Helmuth Kerer, Chef des Altstadtfest-Komitees. Und diesen Satz spricht er nicht zum ersten Mal: Vor jeder Ausgabe des Festes weist er als Ideengeber darauf hin, aus welcher Grundidee heraus das Fest einst entstanden war. Auch noch so kritische Fragen erstickt er mit überzeugender Sicherheit und geschickter Argumentation im Keim. „Heuer wird es zum ersten Mal einen Festumzug der Vereine geben“, weist Helmuth Kerer hin. „Dieser Umzug am Sonntag ist eine Gelegenheit für die Vereine, sich selbst vorzustellen und sich den Zuschauern hautnah zu präsentieren. Dabei wünschen wir uns, dass die Vereine möglichst viel Kreativität an den Tag legen.“
Die Sicherheit der Gäste ist für das Altstadtfest-Komitee seit jeher wichtig. „Es gibt neben den traditionellen Wein- uind Biersorten vor allem auch reichlich alkoholfreie Getränke wie Säfte, leckere Cocktails und alkoholfreies Bier. Superalkohol ist wie immer verboten, und Jugendlichen unter 16 Jahren darf natürlich kein Alkohol verkauft werden“, betont Helmuth Kerer. Sollte dem so sein, droht dem Betreiber des Standes der Lizenzentzug, und der Stand wird bis zum Ende der festlichen Aktivitäten geschlossen. Rauchen ist übrigens in der ganzen Altstadt erlaubt – vorausgesetzt, man befindet sich an der frischen Luft.
Realistischerweise weiß man jedoch, dass trotz alkoholfreier Getränke nicht nur dem alkoholfreien Genuss gefrönt wird. Damit die Festbesucher dennoch sicher nach Hause kommen, sind heuer Zusatzlinien für einen Nachtbus eingeplant, der neben dem Citybus-Nightliner der Strecke Albeins-Milland-Vahrn verkehren wird. Alle Linien und Abfahrtszeiten finden sich an den Bushaltestellen oder in der Detailbroschüre. Und falls sich doch jemand entscheiden sollte, mit dem Auto nach Brixen zu kommen, dürfte es nicht allzu schwer sein, einen Parkplatz zu finden: neben dem Parkhaus an der Dantestraße, dem Acquarena-Parkplatz und dem Parkplatz bei der Disko Max, auf dem man übrigens gratis parkt, sowie den Stellplätzen in der Industriezone werden heuer wahrscheinlich zusätzlich die Schulhoftore geöffnet.
Doch auch die Besucher müssen zum guten Gelingen des Festes das Ihrige beitragen. Wenn die Stadt gerammelt voll ist und jeder seinen Pappteller samt Plastikbecher herumträgt, ist es manchmal einfacher, den Müll ganz schnell und unbemerkt irgendwo in einer Ecke oder sogar mitten auf der Straße loszuwerden. „Wir bitten die Gäste, den Müll in die eigens dafür vorgesehenen Müllcontainer zu werfen!“, weist Helmuth Kerer wohl im Auftrag der gesamten Besucherschar hin.
Für eine geregelte Entsorgung einer anderen Form von Abfall ist ebenso gesorgt: Auf dem gesamten Festareal werden eine Vielzahl von öffentlichen Toiletten stehen. „Wir bitten auch, die Notdurft hinter geschlossenen Türen zu verrichten“, so Kerer. Andernfalls kann es schon passieren, dass man von einem Festbesucher, der sich urplötzlich als Polizist in Zivil entpuppt, eine saftige Geldstrafe bekommt.
Neben den Polizisten in Zivil sind noch eine ganze Menge anderer Sicherheitspersonen unterwegs: Neben Feuerwehr, Helfer des Roten Kreuzes und des Weißen Kreuzes, der Stadtpolizei und den Carabinieri ist für jeden Stand ein Sicherheitsbeauftragter zuständig. Möglich notwendige, aber hoffentlich nicht in Einsatz kommende Flucht- und Katastrophenpläne müssen an jedem Stand auf einer grünen Tafel angebracht sein; weiters müssen die Buden über einen Feuerlöscher verfügen. Alle Feuerwehren des Bezirks sind vertreten, deren Einsatz wird durch einen eigens entwickelten Plan geregelt. „Auch auf geräumte Sicherheitswege wird immer geachtet, und natürlich wird am Freitag vor Festbeginn das Landesüberwachungskomitee alle Sicherheitsvorkehrungen überprüfen“, zählt Kerer weiters auf.
Selbst die nächtliche Sperrstunde um halb eins wird streng überwacht, „und somit dürften sich die Stadtbewohner heuer nicht zu sehr über die Ruhestörung beschweren.“