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Politik
24.06.2010

Weg vom Kirchturmdenken

Die Regierung der Marktgemeinde Mühlbach ist für die nächsten fünf Jahre anders als bisher weniger orts- und stattdessen mehr ressortorientiert aufgestellt. Bürgermeister Christoph Prugger bestellte seinen Gemeindeausschuss wie folgt: Kathrin Oberleitner aus Meransen wird das Amt der Vizebürgermeisterin bekleiden sowie die Bereiche Schule und Kindergarten, Sport, Familie, Kinder und Jugend sowie Sozialwesen verwalten, während der ehemalige Bürgermeister Franz Gruber das Ressort Öffentliche Bauten betreuen wird. Franz Zingerle aus Vals wird den Bereich Müll übernehmen. Marlene Kranebitter ist mit den Bereichen Kultur und Bildung sowie der Öffentlichkeitsarbeit beauftragt worden. Dietmar Lamprecht wurde als Vertreter für Spinges in den Ausschuss kooptiert. Bürgermeister Prugger selbst hat die Referate Haushalt und Finanzen, Zivilschutz, Personal, Wirtschaft, Natur- und Umweltschutz, Urbanistik und Raumordnung sowie Privates Bauwesen übernommen. Eine Neuheit führte Prugger auch durch die Einsetzung verschiedener Arbeitsgruppen ein, etwa jener für Skigebiete und Tourismus, und schlägt somit insgesamt eine Richtung weg von dem oft kritisierten Kirchturmdenken ein. In seiner konstituierenden Sitzung stellte der Gemeinderat von Mühlbach bei keinem seiner Mitglieder Gründe für eine Unvereinbarkeit fest. Mit den personellen Entscheidungen Pruggers war der ehemalige Referent Egon Daporta nicht einverstanden. Er erhielt in Mühlbach drei Vorzugsstimmen mehr als Marlene Kranebitter, weshalb er ein Vorrecht auf eine Position im Ausschuss konstatierte. Indem Prugger ihn nicht in den Ausschuss aufgenommen habe, sei der Wählerwille missachtet worden, so Daporta. Gisella Mair Gatterer kritisierte die mangelnde Dialogkultur im Vorfeld der Regierungsbildung. Der Bürgermeister habe mit allen Kandidaten Einzelgespräche geführt, jedoch wären Gruppengespräche unbedingt vonnöten gewesen. Prugger entgegnete, es habe sehr wohl Gruppengespräche im Koordinierungsausschuss gegeben. Der Ausschuss wurde schlussendlich auch von der erstmals vertretenen Freiheitlichen Fraktion mit 13 Ja-Stimmen genehmigt. Egon Daporta stimmte gegen die Regierung, Gisella Mair Gatterer enthielt sich. oz