24.06.2010
Wachsende Gefahr durch Glücksspiele
In Zeiten größeren finanziellen Drucks durch die Wirtschafts- und Finanzkrise wirkt die Hoffnung auf einen großen Geldgewinn noch verlockender als bisher. Deshalb steigen auch die Ausgaben für Lotto & Co. in einem zweistelligen Prozentbereich. Allein im letzten Jahr wurden in Italien über 900 Euro pro Kopf für Glücksspiele ausgegeben, 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Glücksspielumsatz betrug italienweit somit insgesamt 54,4 Milliarden Euro. Die Angebote am Markt der Glücksspiele werden dabei ständig erweitert, die Gefahren und das Suchtpotential unterschätzt. So ist zwar das Glücksspiel „Gratta e vinci“ für Minderjährige verboten, doch hat eine Erhebung durch die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) ergeben, dass von 17 besuchten Verkaufsstellen nur zwei Geschäfte keine Rubellose an den 14-jährigen Probanden verkauften. Die VZS sieht in einem – wenn auch unter einem staatlichen Monopol stehenden – Glückspiel-Wettbewerbsmarkt eine wachsende Gefahr: „Familien haben zusehends mit Schwierigkeiten durch diese soziale Plage zu kämpfen, das hat auch damit zu tun, dass Spieler in Italien in die Irre geführt werden und ungenügend geschützt sind. Die Spielsucht hat zur Folge, dass es bei vielen Familien der Spielsüchtigen zu finanziellem Elend führt, es zu Trennungen kommt und somit viele Familien, aber auch persönliche Existenzen zerstört werden. Für uns als Verbraucherschützer ist es daher unverständlich, dass die politischen Vertreter untätig bleiben“ meint dazu Maurizio Albrigo, Vorsitzender der Verbraucherzentrale Südtirol. Die VZS fordert konkrete Maßnahmen zu Spielerschutz und Suchtbekämpfung, eine bessere Alterskontrolle und Maßnahmen gegen Manipulationen und des Wettbetruges.