31.05.2010
„Ausdrücken von inneren Bildern ist befreiend“
MAGDALENA KOFLER, Sozialpädagogin mit Ausbildung in Mal- und Kunsttherapie, über das Begleitete Ausdrucksmalen. Bilder, die während eines Kurses der Südtiroler Krebshilfe Brixen entstanden sind, sind bis Mitte Juni in einer Ausstellung in der Bar
vis@vis zu sehen.
Frau Kofler, Sie haben den Workshop „Begleitetes Ausdrucksmalen“ der Südtiroler Krebshilfe Bezirk Brixen geleitet. Was kann man sich unter dieser Form des Malens vorstellen?
Es ist ein freies Malen ohne Themenvorgabe, wo es besonders um den Malprozess selbst geht. Das Begleitete Ausdrucksmalen ist wie eine spannende Reise zu einem noch unbekannten Ziel, das oft erst im Laufe des Malens Gestalt annimmt und zu einem stimmigen Ganzen wird. Der Impuls aus dem eigenen Inneren heraus führt die Hand der Malenden, vertrauend auf die schöpferische Kraft, die jedem Menschen innewohnt. Es sind keine Malkenntnisse erforderlich. Das schrittweise entstandene Bild wird weder interpretiert noch bewertet.
Welche Wirkung hat das Begleitete Ausdrucksmalen auf die Malenden?
Kreatives Schaffen macht Freude. Das Ausdrücken und Sichtbarmachen innerer Bilder kann als sehr befreiend erlebt werden. Es bringt die Malenden näher in Kontakt mit sich selbst und ihren Lebensthemen und wirkt stärkend auf das Selbstwertgefühl. Das Begleitete Ausdrucksmalen hat einen lösungsorientierten Ansatz und fördert die Selbstheilungskräfte.
Welche Aufgabe hat die Malleiterin?
Die Malleiterin begleitet das Werden und „Wollen“ des Bildes mit Respekt und Achtsamkeit. Sie gibt bei Bedarf technische Hilfestellungen, motiviert und unterstützt, stellt anregende Fragen und schärft die Bildwahrnehmung. Die gemeinsame Reflexion am Ende soll dabei helfen, die persönlichen Erfahrungen, die durch das Malen aktiviert werden, für sich und sein eigenes Leben konstruktiv zu nutzen.
db