31.05.2010
Von der Poesie der „unnützen Dinge“
Die StadtGalerie Brixen zeigte im Mai Bilder, Skulpturen und Installationen von Ludwig (Wigg) Bäuml. Diese Ausstellung eines Regensburger Künstlers wurde im Rahmen des Kulturaustausches zwischen Brixen und seiner Partnerstadt organisiert. Ludwig (Wigg) Bäuml wurde 1954 in Waldthurn/Oberpfalz geboren, hat als Kirchenmaler Erfahrung gesammelt und ist mit verschiedenen Stipendien und Kulturförderpreisen ausgezeichnet worden. In den Werken des Künstlers zeugt eine feinsinnige Farbgebung von seinem Umgang als Kirchenmaler mit Werken alter Meister, deren Farbpalette immer ausgewogen bleibt. In der geduldigen Aufbauweise seiner Skulpturen, die mit den verschiedensten Materialien eine harmonische Verbindung eingehen, erkennt man ferner den Liebhaber des Schlichten, das sich seine eigene Poesie bewahrt. Bäuml verknüpft seine künstlerische Aussage mit den handwerklichen Feinheiten des Kirchenmalers. Auf gewöhnlichen, alten Papiersäcken, die aufgerissen und dadurch verfremdet werden, entstehen farblich beeindruckende stelenartige Kompositionen, während in den Installationen eine neue Sichtweise der „unnützen Dinge“ gefördert wird. Bäuml will zeigen, dass in allen Dingen „ein Lied klingt“, auch in den ärmlichsten Materialien, die normalerweise auf dem Müll landen. Vom Wurzelholz, alten Papiersäcken bis hin zum Draht – alles kann neu arrangiert und interpretiert werden. Unverkennbar sind in seinen Werken Einflüsse der „Arte povera“ und der „Land Art“ zu erkennen.
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