Rubriken
Politik
27.01.2010

„Nicht eklatant, aber besorgniserregend“

BEATRIX ANGERER, Bezirkssekretärin des ASGB, über die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Brixner Industrie und auf die Arbeitslosenzahlen.
Frau Angerer, wie hat sich die viel zitierte Wirtschaftskrise bis heute auf die Brixner Industriebetriebe ausgewirkt?
Es gibt einige größere Betriebe, die die Lohnausgleichskasse beansprucht haben. Vor allem ist der Umstand besorgniserregend, dass täglich auch Anfragen um Eintragung in die Lohnausgleichskasse von kleineren Betrieben unter 15 Beschäftigten bei uns eingehen. Es sind zurzeit vor allem Handels- und Handwerksbetriebe betroffen, die in irgendeiner Weise mit dem Bausektor in Verbindung stehen.

Wie hat sich die Krise bisher auf die Arbeitslosenzahlen ausgewirkt?
Im Herbst sind die Eintragungen in die Mobilitätskasse stark angestiegen, mit etwa 225 Personen ist die Situation jedoch nicht eklatant. Die Firmen Durst und Grass waren zum Abbau von Arbeitsplätzen gezwungen, es hat aber zum Glück noch keine großen Entlassungswellen gegeben. Ein weiterer großer Industriebetrieb hat die Sonderlohnausgleichskasse beantragt, die bis Juni läuft. Was nach dieser Frist passiert, ist ungewiss und bereitet uns daher Sorgen. Mit großer Skepsis verfolgen wir den Trend, dass Stellen nicht nachbesetzt werden, die aus den verschiedensten Gründen, zum Beispiel durch Pensionierung, frei geworden sind. Diese Entwicklung ist vor allem für die Jugend bedenklich.

Wie schätzen Sie die zukünftige Entwicklung ein?
Soviel man den einschlägigen Fachzeitungen entnehmen kann, wird sich die Situation im Jahr 2010 zumindest in Italien nicht verbessern.